Lust auf Zukunft

Die Gegenwart ist von vielfältigen Herausforderungen geprägt. Ob in gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Hinsicht – viele Entwicklungen sorgen für Unsicherheit und hinterlassen bei vielen Menschen ein Gefühl der Orientierungslosigkeit und Ohnmacht. Der Innovationsforscher Otto Scharmer bringt diese Stimmung auf den Punkt: „If you are not confused, you’re out of touch.“ Wer angesichts der aktuellen Krisen und Komplexitäten nicht ab und an Zweifel und nachdenkliche oder gar depressive Stimmung verspürt, der ist nicht mit dem in Berührung, was gerade passiert.

Und doch wollen wir uns heute nicht ausschließlich damit befassen, was gerade nicht gut läuft, sondern wir wollen uns damit beschäftigen, wie wir es wieder schaffen positiv, mutig und energiegeladen in die Zukunft zu blicken. Es geht nicht darum, Probleme auszublenden, sondern darum, zu erkunden, wie wir trotz – oder gerade wegen – der bestehenden Unsicherheiten zu einer konstruktiven und offenen Haltung finden.

Wir wollen hierbei kein rosarotes Bild zeichnen, das alle Schwierigkeiten außer Acht lässt. Wir wollen viel mehr aufzeigen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt in die Zukunft zu blicken.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Zukunftsbilder und ihre Wirkung

In vielen Organisationen und gesellschaftlichen Diskussionen ist derzeit ein eher pessimistischer Blick auf die Zukunft zu beobachten. Zukunft wird häufig mit Verlust, Risiken und Bedrohung in Verbindung gebracht. Die Reaktion auf Unsicherheit ist bei vielen Personen und Organisationen: Rückzug, Erstarren und Festhalten am Alten. In Organisationen zeigt sich das, wenn notwendige Entscheidungen nicht getroffen werden. Diese Strategie führt jedoch dazu, dass der Zukunftsgeist und die Motivation von MitarbeiterInnen sinken.

Dabei können Zukunftsbilder eine wichtige Rolle spielen, um Orientierung zu geben und positive Energie freizusetzen. Wenn Menschen die Möglichkeit bekommen, Teil einer Zukunftsvision zu sein, entsteht Bewegung.

In Zukunftsvisionen liegt eine große Kraftquelle. Innovationen und Veränderungsgeist können Begeisterung wecken, die sonst im aktuellen Unternehmensalltag fehlt.

 

Der Umgang mit Komplexität

Ein Verbrennungsmotor ist kompliziert. Aber er funktioniert nach festen Regeln. Die meisten Herausforderungen unserer Zeit sind nicht kompliziert, sondern komplex.

Komplexe Systeme sind offene Systeme. Das bedeutet, dass die Zusammensetzung unklar ist. Das System wird von so vielen verschiedenen Variablen beeinflusst, dass diese nicht abschließend definiert werden können.

Probleme, die in komplexen Systemen auftreten, lassen sich demnach nicht abschließend lösen, sondern nur abschwächen oder verändern. Daher gibt es in komplexen Systemen keine eindeutigen Lösungen. Die Dimensionen, auf denen sich Lösungen bewegen können, sind die Dimensionen „besser“ oder „schlechter“.

Aus diesem Grund ist bei komplexen Systemen immer eine ganzheitliche Betrachtung notwendig. Systemische Ansätze gewinnen an Bedeutung, da Vereinfachungen nur zu Symptombekämpfungen führen, die das Gesamtsystem nicht beeinflussen.

 

 

Wandel und Stabilität gemeinsam denken

Wandel und Stabilität werden meistens als Entweder-oder betrachtet. Entsprechend erleben viele Veränderungen als bedrohlich, während Stabilität mit Sicherheit gleichgesetzt wird. Betrachtet man jedoch die Vergangenheit, wird deutlich: Wandel und Stabilität waren immer vorhanden. Gesellschaften, Organisationen und Individuen bewegen sich ständig zwischen Veränderung und Kontinuität. Es ist vielmehr ein Sowohl-als-auch.

Diese Gleichzeitigkeit anzuerkennen, kann helfen, Veränderungen nicht nur als Risiko, sondern auch als Teil eines natürlichen Prozesses zu verstehen. Daher kann es in Zeit des Wandels helfen, sich zu vergegenwärtigen, was stabil bleibt.

 

Pluralität der Zukünfte

In der Alltagssprache ist häufig von der Zukunft die Rede. Wir haben eine mögliche Zukunftsvision vor Augen und sprechen von der Zukunft, als wäre diese bereits in Stein gemeißelt. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten – wir wissen nicht, wie sich die Zukunft entwickelt.

Wenn wir uns die Vielfalt an Zukünften bewusst machen, öffnet sich ein neuer Raum: Wir können träumen, ausprobieren, hinterfragen – und auch andere Perspektiven mitdenken. Zukunft ist nichts Festes. Zukunft ist gestaltbar. Und je mehr wir uns auf diese Offenheit einlassen, desto klarer wird: Wir haben Einfluss und wir haben Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Fazit

Der Blick in die Zukunft muss nicht von Angst oder Resignation geprägt sein. Auch wenn die Gegenwart komplex und herausfordernd ist, gibt es Möglichkeiten, konstruktiv und zuversichtlich mit ihr umzugehen. Voraussetzung dafür ist, dass wir die Erstarrung ablegen und wieder beginnen unsere individuellen Zukünfte zu gestalten und Visionen zu entwickeln. Denn dieser positive Blick, auf das was kommen kann, hilft uns, die Kraft aufzubringen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern.

Mehr Infos zu unserem Seminar "Lust auf Zukunft", finden Sie hier.

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