Umgang mit schwierigen Reaktionen
Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf eine Kündigung. Während manche ruhig bleiben, können andere emotional oder gar aggressiv werden. Führungskräfte sollten auf folgende Reaktionsmuster vorbereitet sein:
Der/die Aufbrausende:
Er/sie reagiert mit heftigen Emotionen, möglicherweise auch mit Aggression oder Beleidigungen. In dieser Situation ist es wichtig, ruhig zu bleiben und keine Diskussion zuzulassen.
Der/die Geschockte:
Dieser Typ zeigt kaum eine Reaktion und wirkt innerlich abwesend. Seien Sie geduldig und geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit, die Nachricht zu verarbeiten. Bieten Sie an, das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.
Der Verhandler/die Verhandlerin:
Er/sie reagiert mit sofortiger Verhandlung, möchte direkt in eine Diskussion einsteigen und stellt auch Fragen nach den Details der Entscheidung. Achten Sie genau auf Ihre Worte und halten Sie sich im Zweifelsfall zurück. Zugeständnisse können ansonsten später gegen Sie verwendet werden.
Der/die Selbstbeherrschte:
Wertschätzung für die geleistete Arbeit ausdrücken. Er/sie gibt den Anschein, als würde die Kündigung ihn/sie nicht berühren und glaubt vielleicht sogar, dass alles in Ordnung sei. Kommunizieren Sie die Entscheidung klar und unmissverständlich, wiederholen Sie das Gesagte falls notwendig. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie trotz der Wiederholung empathisch reagieren und auf die individuellen Sorgen Ihres Gegenübers eingehen.
Deeskalation
Egal, wie gut Sie sich auf das Trennungsgespräch vorbereiten, wie vorsichtig und emphatisch Sie kommunizieren, können Trennungsgespräche eskalieren.
Sie wissen nicht genau, was in Ihrem Gesprächspartner/Ihrer Gesprächspartnerin vorgeht und welche Sorgen und Gedanken bei ihm/ihr gerade am intensivsten sind. Aus diesem Grund müssen Sie davon ausgehen, dass Ihr Gesprächspartner/Ihre Gesprächspartnerin die Nachricht nicht sachlich aufnimmt und mit Ihnen das weitere Vorgehen bespricht, sondern sich von Emotionen leiten lässt[2]. Um eine Eskalation zu vermeiden, ist es daher Ihre Aufgabe als Führungskraft, eine Eskalation des Gesprächs zu verhindern und rechtzeitig zu intervenieren.
- Achten Sie auf die Körpersprache Ihres Mitarbeiters/Ihrer Mitarbeiterin.
- Lassen Sie Ihre Mitarbeiterin/Ihren Mitarbeiter ausreden.
- Zeigen Sie Verständnis.
- Halten Sie den Blickkontakt aufrecht.
- Senden Sie Zuhörsignale.
- Arbeiten Sie mit Pausen.
- Vermeiden Sie Gegenargumente
- Sprechen Sie ruhig und bestimmt.
- Beenden Sie das Gespräch versöhnlich.
Fehler vermeiden
Typische Stolpersteine sind:
- Unklare Kommunikation: Vermeiden Sie vage Aussagen.
- Ignorieren von Emotionen: Nehmen Sie die Gefühle des Gegenübers ernst.
- Distanzierung von der Entscheidung: Stehen Sie zu Ihrer Verantwortung.
- Delegation des Gesprächs: Führen Sie das Gespräch persönlich.
Auswirkungen auf das Team
Nach einer Trennung ist es wichtig, das verbleibende Team zu informieren und aufzufangen. Mitarbeitende, die eine Kündigung in ihrem Umfeld erleben, können Verunsicherung oder sogar Angst um ihre eigene berufliche Zukunft verspüren. Eine transparente Kommunikation ist daher essenziell. Führungskräfte sollten sich die Zeit nehmen, um mit dem Team zu sprechen, Fragen zu beantworten und zu signalisieren, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. Eine positive Führung in dieser Phase kann das Vertrauen in die Unternehmensleitung stärken und dafür sorgen, dass die Produktivität nicht leidet.
Fazit
Professionell geführte Trennungsgespräche erfordern Empathie, Klarheit und Respekt. Sie tragen dazu bei, das Arbeitsklima positiv zu beeinflussen und den Übergang für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten. Letztlich zeigt sich wahre Führungsstärke nicht nur in Erfolgszeiten, sondern gerade in schwierigen Momenten wie einer Trennung.
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Birgit Schäfer
Literaturverzeichnis
[1] Vgl. Habedank, S. (2019): Whitepaper- Trennungsgespräche professionell führen. Online verfügbar unter: file:///C:/Users/sstei/Downloads/Whitepaper%20Trennungsgespr%C3%A4che%20-professionell%20f%C3%BChren.pdf
[2] Vgl. Von Kanitz, A.: Trennungsgespräche im Unternehmen: wertschätzend, professionell, fair. München: Haufe-Lexware, 2014, S. 196.